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Crossing Europe 2012

/ 10:17
Autor: KW
 

Zwei Eröffnungsfilme fix, Einreichungen rekordverdächtig

 
CROSSING EUROPE Filmfestival Linz verschreibt sich 2012 erneut programmatisch dem zeitgenössischen und gesellschaftspolitischen AutorInnenkino aus Europa und widmet sich dabei besonders den Arbeiten der jungen Regiegeneration, die mit Geld- & Sachpreisen ausgezeichnet werden. An sechs Festivaltagen präsentiert Festivalleiterin Christine Dollhofer von 24. bis 29. April 2012 rund 150 handverlesene europäische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme – zumeist als Österreichpremieren. Rekordverdächtig ist dieses Jahr die Zahl der Filmeinreichungen – sowohl für die europäischen Filmsektionen als auch für die Local Artists-Programm-schiene wurden so viele Filme wie noch nie eingereicht. Insgesamt wurden über 900 Produktionen gesichtet, davon alleine 200 Filmarbeiten von lokalen FilmemacherInnen (2011: 150).
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Die Eröffnungsfilme 2012

Am Dienstag, 24. April eröffnet CROSSING EUROPE mit vier herausragenden Filmen, die traditionsgemäß einen repräsentativen Querschnitt durch das Festivalprogramm liefern und einmal mehr den Facettenreichtum des europäischen Filmschaffens unterstreichen. Zwei dieser hochkarätigen Eröffnungsfilme stehen schon fest, die beiden anderen werden Mitte März bekanntgegeben.

 

Ein zentraler Eröffnungsfilm ist SIX MILLION AND ONE (IL/DE/AT 2011; R: David Fisher; Weltvertrieb: Cinephil-Distribution & Co Productions Tel Aviv; unterstützt von ZukunftsFonds der Republik Österreich, Kulturland Oberösterreich, Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus), der den neuen Ursulinensaal als Festivalspielstätte im mit März eröffneten OÖ Kulturquartier einweiht. EuropapremiereSix Million and one © Cinephil-Distribution & Co Productions Tel Aviv feierte der Dokumentarfilm mit Bezug zur oberösterreichischen Zeitgeschichte beim Int. Documentary Film Festival Amsterdam; mit der Aufführung in Linz wird er erstmals in Österreich zu sehen sein. Den Stationen der väterlichen KZ-Haft in Oberösterreich folgend, nimmt Regisseur David Fisher seine Geschwister mit auf eine Reise nach Österreich (Mauthausen, Gusen und Gunskirchen) und in die USA. Gemeinsam spüren sie der Vergangenheit des Vaters nach, dabei kommt Unausgesprochenes und Unausprechliches zu Tage. Witzig und sehr persönlich gehalten ist SIX MILLION AND ONE kein „typischer“ Film über den Holocaust. 

// In Anwesenheit von: David Fisher (Regie & Produktion), Estee Fisher-Heim, Gideon Fisher und Ronel Fisher //

 

Crulic - The Path to Beyond © Wide ManagementAuch im zweiten Filmbeitrag der Eröffnung manifestiert sich der Festivalgedanke, da CRULIC - THE PATH TO BEYOND (RO/PL 2011; R: Anca Damian; Weltvertrieb: Wide Management) als sogenannte Animated Documentary geradezu meisterhaft die Darstellung gesellschaftspolitisch brisanter Themen mit künstlerischem Gestaltungswillen verbindet. Dieser außergewöhnliche Animationsfilm erzählt die wahre Geschichte vom Rumänen Claudiu Crulic, der 2007 in Polen unschuldig inhaftiert wird. Aus Protest tritt er in Hungerstreik, doch sein Appell an die Behörden bleibt ungehört. Fehlgeleitete Bürokratie und ein undurchsichtiger Staatsapparat sind schuld am schockierenden Ende eines Menschen, von Anca Damian in eindringlichen Bildern inszeniert.

 

CRULIC – THE PATH TO BEYOND, ebenfalls eine Österreichpremiere, ist der dritte Langfilm der rumänischen Regisseurin Anca Damian, der auch das diesjährige TRIBUTE – mit drei Langfilmen und einem Kurzfilm – gewidmet ist. Gleichzeitig ist der bereits auf zahlreichen internationalen Festivals erfolgreich gelaufene und prämierte Film auch Teil des neuen, heuer zum ersten Mal präsentierten Schwerpunkts zum europäischen Animationsfilm, der den Titel „IT’S ANIMATED!“ trägt. Dieses Programmspecial (kuratiert von Wiktoria Pelzer) umfasst drei Langfilme und zwei Kurzfilmprogramme und zeigt auf, welches Potential Animationsfilm für die Umsetzung und Darstellung von Realität bietet, und damit auch die Möglichkeiten von Dokumentation erweitert. Zwei „Genres“ stehen dabei im Vordergrund: „Animated Documentaries“ (kurz „AniDoc“) und andererseits „Animated Realities“. Die Techniken sind in beiden Genres völlig unterschiedlich und reichen von Zeichenanimation, über Legetrick bis hin zur Rotoskopie.

// In Anwesenheit von: Anca Damian (Regie) //

 
Trailer/Titelbild: Crossing Europe
 

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