Mit dem Prädikat „50 Jahre Citroen Österreich“ hat die „full-speed-generation“ der Alpenrepublik ein Fahrzeug im Citroen Austria-Portfolio, das – kurz gesagt – „mehr ist, als es scheint“: Denn mit dem Citroen DS 4 200 THP Sport Chick wird hier ein Auto angeboten, das nicht nur optisch dem derzeitigen Zeitgeist im Design huldigt, sondern auch zum „Labsal“ für „dynamische Lenkraddreher“ werden wird. Schon beim ersten Anblick wird Citroens Strategie nicht klar definiert. Denn der DS 4 ist äußerlich zwar das, was man „schnittig“ nennen darf, aber sonst schwer in eine der derzeitigen Karosserie-Kategorien einzuteilen. Er ist weder ein reines Coupé noch einer der immer mehr in Mode kommenden Klein-SUVs. Optisch ließe sich das, was da brav auf dem Parkplatz steht noch als Coupé erkennen, auch wenn die aerodynamische Linie nicht das verspricht, was Coupés auch nicht immer halten. Mit Absicht so ausgedrückt, denn in einem späteren Abschnitt meiner Testbeschreibung würden sich viele Coupés anmaßen, sich mit dem THP 200 zu vergleichen. Denn das, was Citroen da auf die Räder gestellt hat, ist einerseits ein coupéähnliches Pkw-Modell mit dem Dampf der Erfahrungen von mehr als 8 Rallye-WM-Titeln der Marke. Doch mehr davon später.
4 Türen sind natürlich für eine Familie beim Auto daß Maß der Dinge und auch beim DS 4 haben jene Menschen, die hinten Platz nehmen müssen, a) kein Problem beim Einsteigen, auch wenn sie nicht gerade zu den „Gertenschlanken“ zählen und b) müssen keine Angst haben, sich die Knie der Beine am Vordersitz wund zu reiben. Das Raumangebot in diesem Auto überrascht nämlich, vorne, wie hinten, auch wenn es äußerlich kompakt wirkt.
Dass die Franzosen bei der Ausstattung noch immer den Vogel in der weiten Welt des Automobils abschließen, muss ja nicht extra erwähnt werden. Wir haben auch bei einer körperlichen Belastung von 600-km-Fahrten kaum Ermüdungserscheinungen an unserem Body kennen gelernt. Das ist zweifellos erwähnenswert, weil der DS 4 in der Konfiguration 200 THP eher mehr einem Renn- oder Rallye-Auto ähnelt, wenn man erst einmal Bekanntschaft mit dem Motor und dem Gaspedal gemacht hat. Wie schon im Namen verdeutlicht, bedeuten die „200“ nicht etwa die max. zu erzielende Geschwindigkeit, sondern sind Ausruck des „Dampfhammers unter Motorhaube“. Es ist die Anzahl der PS, die dieses 4275 x 1810 x 1576 (LxBxH) große und 1356 kg schwere Auto zur Verfügung stellt. Damit sind mit diesem äußerlich eher zivil wirkenden „Dampfhammer“ ohne Umschweife 240 km/h zu erzielen. Können wir zwischen Schärding und Passau bestätigen!
Der Motor ist bei diesem Auto klar das Herzstück, denn wer sich 200 PS „krallt“, der will „blasen“ und das tut das Auto auch beim Beschleunigen: Der 1600 ccm-Turbomotor mit seinen 275 Nm bei bereits 1700 /min und dem 6-Gang-Schaltgetriebe sind die Voraussetzung für sagenhafte 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist zwar ein Wert, der nicht praxis-bezogen ist, aber beim Überholen auf der Landstraße ist das ein feeling wie in einem Zuffenhausener Boxer.
Junge Speed-Junkies werden dieses Auto mit Hilfe des Bausparvertrages nicht kaufen, dazu ist es zu wenig „optisch aggressiv“, aber der DS 4 200 THP hat dafür auch den Vorteil, nicht ausschließlich zu zweit ein paar Tage in den Urlaub fahren zu können. Denn – im Gegensatz zu den Cabrios und Coupés mit dieser Power – brilliert der Citroen noch mit einem Kofferraum für „Kind & Kegel“. Mit der Normalausführung stehen immerhin satte 385 Liter Stauraum zur Verfügung, für junge Liebespaare läßt sich mit Hilfe der Rücksitzveränderung ein Stauraum von über 1020 Liter formen.
Das Fahrzeug ist ein „Sportwagen im Tagesanzug“, dem man äußerlich nicht zutraut „Sportwagen-Feeling“ zu haben. Ein scharfer Blick auf die Pneus wird ihn jedoch sogar auf dem Parkplatz verraten: Seine 225/45-R-18-Pneus verraten dem Insider schon, was da auf ihn wartet.
Nun müsste man meinen, bei all den Features, die da erkennen lassen, dass es sich da um einen „Speedy“ handelt, dass der THP 200 zum „Saufgelage“ bittet, der irrt gewaltig: Wir haben – vom geilsten Vollgas-Trip bis hin zum gemütlichen 150 km/h Autobahnpendler knapp 6,4 Liter verbraucht. Das empfanden wir sogar für dieses Fahrzeug rekordverdächtig. Ich gebe zu, als 70-jähriger hab‘ ich’s nicht so mit dem CO²-Werten, aber man verriet mir, daß die 149 g CO² pro Kilometer ein weiteres Highlight des Autos seien.
Leute, die viel mit ihrem Auto durch die Gegend pendeln, für die ist natürlich das Interieur auch wichtig: Trotz sportlich-dynamischem Außenbild, gibt es innen das übliche Citroen-Feeling, das die Marke bereits seit Jahrzehnten prägte: Toll die umklappbaren Fondsitze (um den Kofferraum zu vergrößern), weil „buzibabyleicht“ verstellbar, so gibt’s dann sogar volle 1021 Liter Stauraum, und auch die elektrisch ein- und beheizbaren Bi-Color-Ledersitze vorne, die – h e r h ö r e n – während der Fahrt die Wirbelsäule massieren, die Klimaautomatik, die elektronische Einparkhilfe, der „tote-Winkel“-Assistent, der Parklückendedektor, das Audiosystem mit jeglicher Form des Schnickschnacks, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die elektronische Parkbremse, und, und, und sind den Preis des Autos absolut wert.
Unser Testwagen mit Metallic-Lack, dem
„Dark-Chrom-Paket“, seinen beheizbaren und elektrisch
justierbaren Sitzen, der HiFi-Sound-System-Anlage, dem Navi uns dem
Sicherheitspaket „Premium plus“ ist für € 34.104 ,-- zu
haben. Die günstigste Variante des betreffenden „Wolf im
Schafspelz“ wechselt bereits schon für 30.900,-- den Besitzer.
Claus-Peter Pozdnik
Fotos: C.P. Pozdnik