Auf der Vienna Auto Show in der Woche zuvor erstmals dem alpenländischen Publikum präsentiert, konnte sich eine auserlesene Schar von geladenen Gästen und zwei, drei Fachjournalisten zwar die Sitze anpassen und die Sitzposition einrichten lassen, Gas geben war jedoch nicht angesagt. „Weil dieses Fahrzeug muss noch unbeschadet in Salzburg, Innsbruck und in Graz präsentiert werden“, ließ uns der heimische McLaren-Papst Dipl. Ing. Klaus Nemeth wissen.
Und so erfahren wir auch von langjährigen Motorsport-Enthusiasten, dass in diesem „Flunder“ mit schlappen 1301 kg Eigengewicht nicht nur ein Motor brummelt, der für neue Richtlinien in der Ferrari-Lamborghini-Aston-Martin-Porsche-&-Co-Welt sorgt: Denn neben einem Formel-1-rennerprobte Fahrwerk, zu dem wir später noch ausführlicher schwadronieren werden, ist es der Motor, der schon beim Anstarten für viele der PS-Fans wie eine Symphonie klingt. Dank 600 S starkem V8 Bi-Turbo-Motor aus Aluminium und einer speziell konstruierten „Phonetik“.
Man darf sich also fragen, ob man als fahrender Normalverbraucher in diesem Traum auf Rädern bei schärferer Fahrweise überhaupt noch ein Motorengeräusch hört, wenn das eigene Herz dann bereits knapp an der Infarkt-Grenze pocht, denn schon die möglichen Beschleunigungswerte des Flügeltürers und die erreichbare Spitzengeschwindigkeit sind mit Werten gepflastert, die an die Raumfahrt denken lassen: Von 0 auf 100 km/h sind es gerade kaum denkbare 3,1 Sekunden und Sportwagenfanatiker, die sich schon an Topwerte hierfür von 8,9 Sekunden und ähnliche Werte gewöhnt haben, legten mit dem McLaren bereits mehr als den doppelten Wert zurück, weil da erreicht die Nadel bereits die 200km/h –Marke. Zur Ruhe kommt die Nadel dann erst bei 330 km/h, also zu einem Wert, bei dem die AUA ihre Luftliner in die Höhe hebt.
Bei all diesen Highlights sollte man als Österreicher nicht vergessen, dass in diesem Wundertier auf 4 Rädern auch ein „Made in Austria“ mit eingebunden ist und zwar ein sehr „entscheidender Anteil“ eines HighTech-Bereichs! Das derzeit noch einzigartige Karbonfaser-Chassis, der sogenannte „MonoCell“ wird in Salzburg bei der Fa. Mubea Carbo Tech hergestellt. Das Verfahren selbst wurde zwar von den Formel-1-Profis im englischen Woking entwickelt, die Sensation jedoch ist, dass die Produktionszeit hierfür nur schlappe 4 Stunden benötigt. Das wiederum kommt jenen Liebhabern zu Gute, die den Traumwagen kaufen. Dipl. Ing. Nemeth: „Durch diese Technik kann das Auto zu einem niedrigeren Preis angeboten werden, als ursprünglich vorgesehen!"
Bliebe noch zu erwähnen, dass dieses Fahrzeug ein Gewicht hat, mit dem selbst die derzeit bestehende Mittelklasse Rekordwerte hätte, denn mit 1301 Kilo Eigengewicht hilft er den Eignern beim Fahren an der Tankstelle zu sparen: Denn mit 11,7 Liter auf 100km/h und einer CO²-Emission von eher mageren 279 g/km darf man beruhigt von einem hocheffizienten Hochleistungsfahrzeug reden.
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, daher Schluss mit der Lobhudelei: Wir lassen unsere Bilder sprechen…………
Claus-Peter Pozdnik
Fotos: C.P. Podznik