Zum Stichtag 1. Jänner 2012 lebten 191.767 Menschen in Linz. Fast genau ein Viertel war dabei älter als 60 Jahre. Der große Teil dieser SeniorInnen benötigt keinerlei Hilfe im Alltag. Für unterstützungsbedürftige Menschen bietet die Stadt Linz ein dichtes Versorgungsnetz an. Vor allem die Aussicht auf einen Pflegeplatz im Bedarfsfall in einem Linzer Seniorenzentrum ist aufgrund der Vollversorgung mit 2.136 Pflegebetten gesichert. Ob städtische oder privat geführte Einrichtungen, die Wartezeit auf einen Platz in einem der 18 Pflegeheime lag 2011 im Durchschnitt bei nur 33 Tagen.
Immer stärker im Steigen ist die Kurzzeitpflege. Konzentriert im städtischen Seniorenzentrum Spallerhof angeboten, nahmen vergangenes Jahr 230 Personen dieses Angebot an. Fast 5.100 Belagstage wurden dabei verzeichnet. Auch die Pflege an Demenz erkrankter Personen nimmt zu. 185 erkrankte Menschen werden derzeit in den Seniorenzentren Spallerhof und Neue Heimat nach neuesten Pflegekonzepten in kleinen Gruppen betreut.
Für die Stadt Linz bedeutet dieses dichte Versorgungsnetz hohe Kosten. Knapp 22 Millionen Euro wurden 2011 in der geschlossenen Sozialhilfe als Abgang verzeichnet. Bei den Mobilen Diensten waren es alleine 2,9 Millionen Euro. "Die ältere Bevölkerung hat sich im Not- oder Pflegefall eine entsprechende Betreuungsmöglichkeit verdient. Sei es jetzt ein Pflegeplatz in einem Seniorenzentrum oder die regelmäßige Unterstützung durch die Mobilen Dienste. Auch das neue Sozialprogramm der Stadt Linz setzt auf eine Qualitätsoffensive", sagt Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger.
2011: 22 Millionen Euro für Pflegeplätze
Für die Versorgung der LinzerInnen in den Pflegeinrichtungen bedarf es laufend eines enormen finanziellen Aufwands. So trägt die Stadt Linz jedes Jahr einen großen Betrag zur geschlossenen Sozialhilfe und somit auch zu dem hohen Niveau in der Seniorenbetreuung bei. Im Jahr 2011 lag der Abgang für die Kommune in diesem Bereich bei 21,8 Millionen Euro.
2.100 Menschen werden in den Seniorenzentren betreut
In Linz können ältere Menschen sicher sein, im Fall des (Pflege-)Falles rasch einen entsprechenden Betreuungsplatz zu erhalten. Ermöglicht wird dies durch die Vollversorgung mit Pflegeeinrichtungen in der Landeshauptstadt. Zehn Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 1.236 Pflegeplätzen werden von der städtischen Seniorenzentren Linz GmbH geführt. Ergänzt wird dieses Angebot durch 900 Plätze in Pflegeeinrichtungen von privaten BetreiberInnen.
Aufgrund dieser Vollversorgung sind die Wartelisten für einen Seniorenzentrumsplatz in Linz sowohl bei den städtischen als auch den privaten Häusern überaus gering. Im Durchschnitt lag die Wartezeit auf einen Heimplatz im Jahr 2011 bei 33 Tagen.
Zwei- und Drei-Bettzimmer: Abbau durch Neubau Liebigstraße
In den zehn Häusern der Seniorenzentren Linz GmbH befinden sich noch einige Mehrbettzimmer. 71 Zwei-Bettzimmer und 42 Drei-Bettzimmer. Größtenteils sind diese in den älteren Gebäuden des Seniorenzentrums Spallerhof untergebracht. „Durch das neue Haus Liebigstraße werden die meisten Mehrbett-Zimmer durch zeitgemäße Ein-Bettzimmer ersetzt. Dies ist Teil unserer Qualitätsoffensive“, betont Vizebürgermeister Klaus Luger.
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflegeplätze bilden einen wesentlichen Teil des sozialen Betreuungsnetzes in Linz. Diese werden im Seniorenzentrum Spallerhof in geräumigen Doppelzimmern angeboten. Mit der Kurzzeitpflege sollen vor allem pflegende Angehörige eine qualitative und verlässliche Entlastung im Falle einer Verhinderung oder eines Urlaubs finden. Darüber hinaus wird die Kurzzeitpflege als Übergangspflege von Menschen angenommen, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch intensive Betreuung benötigen und diese zuhause nicht erhalten können. 14 bis 20 Zimmer stehen in der Regel für die Kurzzeitpflege bereit. Die Kurzzeitpflege reicht von einem Tag bis zu sechs Wochen.
Im Jahr 2011 nützten 230 Personen diesen Service. Zehn Personen kamen sogar mehrmals. Insgesamt wurden 5.074 Belagstage erreicht. Das entspricht einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund 22 Tagen. 25 Personen wurden nach der Kurzzeitpflege gleich direkt als DauerbewohnerInnen aufgenommen. Das Entgelt für die Kurzzeitpflege beträgt pro Tag 77,39 Euro (inkl. USt) plus anteiliges Pflegegeld. Durch die Konzentration der Kurzzeitpflege an diesem Standort wurde eine bessere Bündelung und Optimierung der vorhandenen Ressourcen möglich. Daraus resultierte eine wesentliche Qualitätssteigerung für die BewohnerInnen.
Neue Pflegeformen für Demenzerkrankte
Demenz ist eine Krankheitserscheinung, von der auf Grund des steigenden Anteils älterer Menschen immer mehr MitbürgerInnen betroffen sind. Die Stadt Linz hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Demenzkranken besondere Zuwendung zukommen zu lassen. Aus diesem Grund wurde im Altbau des Seniorenzentrums Spallerhof eine eigene Abteilung für diese Personengruppe eingerichtet. 143 Pflegeplätze stehen dort zur Verfügung. In elf Betreuungsgruppen werden jeweils rund 14 Personen betreut. Acht Gruppen umfasst der Kreis der leicht bis mittelschwer erkrankten Personen und drei Gruppen die schwer Demenzerkrankten.
Auch im Seniorenzentrum Neue Heimat gibt es seit zwei Jahren eine eigene, jedoch kleinere Abteilung für demente Personen. Derzeit werden dort 32 betroffene Personen versorgt.