Der Antrieb: Kompaktes Kraftpaket
Der 2.0 TFSI-Motor des A1 quattro stammt direkt aus dem Leistungssportler Audi TTS: ein Vierzylinder mit 1.984 cm3 Hubraum, der in klassischer Audi-Manier Benzindirekteinspritzung mit Turboaufladung kombiniert. Zu seinen Highlights gehören die verstellbare Einlassnockenwelle und die beiden Ausgleichswellen, die für einen ruhigen Lauf sorgen. Das maximale Drehmoment von 350 Nm steht konstant von 2.500 bis 4.500 1/min bereit, die Höchstleistung von 188 kW (256 PS) liegt bei 6.000 Touren an.
Der sportlich-sonor klingende Vierventiler ist in allen Details auf hohe Leistung und geringen Verbrauch optimiert, Common Rail-Einspritzung, Turbolader mit Ladeluftkühler und geregelte Ölpumpe sind nur einige Beispiele. Auf 100 Kilometer verbraucht der Audi A1 quattro im Mittel voraussichtlich weniger als 8,5 Liter Kraftstoff. Die Fahrleistungen liegen auf dem Niveau hochkarätiger Sportwagen: Der Standardsprint ist in 5,7 Sekunden abgehakt, erst bei 245 km/h endet der Vortrieb.
Die Kraft des 2.0 TFSI gelangt über ein präzise schaltbares Sechsganggetriebe auf den permanenten Allradantrieb quattro – er trägt den Vorsprung durch Technik in die kleine Klasse. Sein Herzstück ist eine Lamellenkupplung, die elektronisch gesteuert und hydraulisch betätigt wird; ihr Lamellenpaket läuft im Ölbad. Im normalen Fahrbetrieb schickt die Kupplung die Motorkräfte zum großen Teil an die Vorderräder. Falls dort die Traktion nachlässt, kann sie die Momente stufenlos nach hinten umleiten, indem die Lamellenpakete binnen weniger Millisekunden definiert zusammengepresst werden. Ein Druckspeicher unterstützt die elektrische Pumpe beim Aufbau des Öldrucks. Zusätzlich erzeugt die radselektive Quersperre XDS an beiden Achsen exakt kalkulierte Bremsmomente für die kurveninneren Räder – das Resultat ist ein Maximum an Agilität bei gleichzeitig höchster Zielgenauigkeit.
Hinterachse vom Audi TTS
Die Einbaulage der Lamellenkupplung an der Hinterachse sorgt für eine harmonische Verteilung der Achslasten – das Chassis des Audi A1 quattro ist an die Dynamik des Antriebs angepasst. Gegenüber der Serie ist die Abstimmung des Fahrwerks erheblich straffer gewählt. Als Vorderachse dient eine McPherson-Konstruktion. Die feinfühlige und effiziente elektrohydraulische Lenkung ist mit einem Verhältnis von 14,8:1 sportlich-direkt übersetzt.
Im frontgetriebenen Audi A1 kommt eine Verbundlenker-Hinterachse zum Einsatz, die auch bei sportlicher Fahrweise für Spurtreue und Kurvenwilligkeit sorgt. Im Heck des A1 quattro findet sich hingegen eine Vierlenker-Einzelradaufhängung, die – mit Ausnahme der etwas schmaleren Spur – der des Audi TTS entspricht. Die Transplantation von Hinterachse, neuem Motor und natürlich auch die Unterbringung aller Komponenten des Allradantriebs bedeutete für die Entwickler einen enormen konstruktiven Aufwand. Mehr als 600 völlig neu entwickelte oder grundlegend modifizierte Komponenten des Audi A1 quattro unterscheiden sich von denen in den frontgetriebenen Versionen. Dennoch absolvierten sie den kompletten Entstehungsprozess des Projektes in gerade einmal 17 Monaten.
So galt es nicht nur, neue Aufnahmepunkte für die angetriebene Hinterachse zu definieren. Die Reserveradwanne des A1 mit Frontantrieb macht Platz für das Hinterachsdifferenzial. Und auch für Federung und Dämpfung gibt es eine eigenständige Aufnahme im komplett überarbeiteten Hinterwagen. Verstärkt sind hier etwa selbst die Längsträger.
Den veränderten räumlichen Anforderungen durch die in der Fahrzeugmitte längs verlaufende Kardanwelle musste schließlich auch der Serien-Tank weichen. Im A1 quattro kommt ein eigens entwickelter, so genannter „Höckertank“ mit flachem Boden und einer Aussparung im oberen mittleren Bereich zum Einsatz. Dank ausgeklügelter Raumausnutzung bietet er mit 45 Litern exakt das gleiche Volumen wie sein Pendant in den Versionen mit Frontantrieb.
Der Audi A1 quattro rollt auf Leichtmetall-Gussrädern im Format 8,0 J x 18. Sie sind im exklusiven Turbinendesign in Gletscherweiß gehalten; das Reifenformat beträgt 225/35. Die innenbelüfteten vorderen Bremsscheiben haben 312 Millimeter Durchmesser, schwarze Bremssättel nehmen sie in die Zange. Das Stabilisierungssystem ESP integriert einen Sportmodus und lässt sich komplett abschalten, etwa für einen Ausflug auf die Rennstrecke. Dabei bleibt jedoch das XDS weiterhin aktiv und erhöht Agilität und Präzision auch beim extremen Einsatz noch weiter.
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